Begegnung

Begegnung Im Rahmen der Neugestaltung der Brüderstraße sollte im Bereich des ehemaligen Klosters des Dominikaner-Ordens eine künstlerische Gestaltung das Umfeld dieses Standorts ergänzen. Die Nachbildung der alten Klosterfundamente aus kleinen Grauwacke-Steinen, Intarsien-ähnlich in der Lauffläche eingesetzt, bildet einen gestalterischen Rahmen und lenkt die Gedanken auf das geschichtliche Geschehen des Klosters an diesem Ort; auf die Vergangenheit. Heute ist der Platz voller Leben. Der Ort hat mit Menschen der Gegenwart und der Zukunft zu tun. Ein Ort der Begegnungen und Verabredungen, ein Platz zum Treffen und Verweilen. Menschen unter sich. Symbolisch dafür das Paar. Die Momentaufnahme einer Begegnung, sich intim anschauend, im tiefen Gespräch miteinander, Ideen und Zukunftspläne austauschend. Die Figuren der Skulptur werden schemenhaft dargestellt. Gestalterisch scheinen sie amorph aneinandergewachsen, Körperzüge und Haltung nur typisiert, ohne die Physiognomie und physische Eigenschaften bestimmter Personen abzubilden. Unvollendetes Werden ist diesem Paar inne. Das Unvollendete weist auf das Zukünftige, das stetig sich Entwickelnde. Die beiden Figuren als Einheit sind nach Modell und Zeichnung überlebensgroß gestaltet. Das Figurenpaar lehnt sich entspannt an einen Stehtisch. Der „Stehtisch“, Bestandteil der Skulptur, wirkt fest und beständig im Kontrast zu der leichten Eleganz der Figuren; er nimmt in Breite, Maß und Form Bezug auf die Mauergrundrisse des alten Klosters und ist freistehend auf einem der breiten Fundamentrechtecke platziert worden (Äußere Stützpfeiler des Klostermauerwerks). Das Material des Stehtisches, Anröchter-Dolomit, ist identisch mit dem ursprünglichen Bruchstein-Fundament und dem Mauerwerk des Klosters. Durch Materialwahl und Standortbestimmung erfolgt eine Begegnung von Neuem mit Altem. Die Skulptur wurde im September 2002 in der Soester Brüderstraße, aufgestellt. Konzept, Entwurf und Fertigstellung der Stahlfiguren aus Edelstahl © Richard A. Cox 2002 Ausführung und Aufstellung des Steintisches aus Anröchter-Dolomit, Steinmetz Düchting Soest, Höhe ca. 230 cm.